{"id":453,"date":"2021-08-24T05:30:00","date_gmt":"2021-08-24T05:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/aquamarkcr.com\/de\/?p=453"},"modified":"2021-08-24T15:04:39","modified_gmt":"2021-08-24T15:04:39","slug":"geschlossene-wasserkreislaufe-einsichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/geschlossene-wasserkreislaufe-einsichten\/","title":{"rendered":"Geschlossene Wasserkreisl\u00e4ufe &#8211; Einsichten"},"content":{"rendered":"<p>Es geht in Costa Rica und der gesamten Region nicht darum, immer mehr Wasser f\u00fcr eine wachsende Bev\u00f6lkerung aus dem Boden zu ziehen oder aus dem Meer zu gewinnen, sondern erst einmal darum, Wasser zu sparen!<\/p>\n<p>Letztendlich ist die Menge Wasser auf unserem Planeten begrenzt. Auch wenn es erstaunlich regnet und wir \u00dcberschwemmungen haben, hei\u00dft es ja nicht, dass es immer neues Wasser ist. Es ist immer wieder dasselbe Wasser. Man kann davon ausgehen, dass jeder Tropfen Wasser schon einmal einen Dinosaurier durchflossen hat.<\/p>\n<p>Wenn auch 71% der Erdoberfl\u00e4che mit Wasser bedeckt sind, wir k\u00f6nnen davon nur 0,03% nutzen. Das gesamte Wasser dieser Erde hat ein Volumen von 1.65 Mio. km\u00b3. Das h\u00f6rt sich erst mal viel an. Steckt man das gesamte Wasser in einen W\u00fcrfel, so h\u00e4tte der eine Kantenl\u00e4nge von 1180 km. Das ist die Entfernung von San Jose bis nach Belize; oder die Kantenl\u00e4nge von Kuba. Nat\u00fcrlich auch 1180 km hoch, wobei die tiefste Stelle im Meer nur 11 km misst. Also relativ flach ist. Wenn wir dann von diesem W\u00fcrfel nur 0,03% als verf\u00fcgbares Trinkwasser nutzen k\u00f6nnen hat sich die Kantenl\u00e4nge des Wasserw\u00fcrfels auf 35 km verk\u00fcrzt. Das reicht vom Nationaltheater noch nicht einmal bis zum Turrialba. Eine 35 km hohe Wassers\u00e4ule erscheint da schon gewaltiger, schon weil Flugzeuge nur bis etwa 11 km hoch fliegen.<\/p>\n<p>Aber dieses Wasser ist alles, was wir auf unserem Planeten als Trinkwasser -zug\u00e4nglich &#8211; zur Verf\u00fcgung haben. F\u00fcr bald 7 Milliarden Menschen. In Costa Rica sind die ersten Auswirkungen des Klimawandels sp\u00fcrbar. W\u00e4hrend an der Pazifikk\u00fcste immer weniger Niederschlag f\u00e4llt, in den n\u00e4chsten 10 Jahren ein Minus von 30%, nehmen die \u00dcberschwemmungen auf der Pazifikseite deutlich zu. Wo auf der einen Seite deutlich zu wenig Wasser vorhanden ist und die Brunnen immer tiefer werden, Brackwasser auf dem Vormarsch ist und wo Wasserkraftwerke wegen fehlenden Wassers nicht mehr produzieren k\u00f6nnen \u2013 da ist das \u201ezuviele\u201c Wasser unbrauchbar durch \u00fcberflutete Tanque Septicos, leckende Tankstellen oder durch Abfall verseucht.<\/p>\n<p>Jetzt kommt Technik ins Spiel. Nat\u00fcrlich haben wir gelernt Wasser zu reinigen. Dazu gibt es gro\u00dfe Wasseraufbereitungsanlagen f\u00fcr die Abw\u00e4sser. Fluss- oder Seewasser kann man mit Chlor behandeln. Das macht auf die Dauer aber krank, wie viele Studien beweisen. Immer wenn wir Technik einsetzen, hat das so seine T\u00fccken. Auf der Pazifikseite k\u00f6nnte man Seewasser entsalzen. Das geht mit Membrantechnik. Leider f\u00e4llt da auch eine hochkonzentrierte Salzbr\u00fche an, die wieder zur\u00fcck in den Ozean gelangt \u2013 oder man verkauft es, bis keiner mehr Salz sehen kann. Wie auch immer, diese L\u00f6sung wird kommen m\u00fcssen. Auch wenn wir es nicht so richtig wollen.<\/p>\n<p>Jetzt sind einige Leute auf die glorreiche Idee gekommen aus der Region des Arenalsees Wasser an die Pazifikk\u00fcste zu leiten. Umwelttechnisch zumindest ebenso Fragw\u00fcrdig wie irrsinnig teuer. Der Arenal ist ja bereits um 10 Meter abgesunken.<\/p>\n<p>Auf der Karibikseite kann man mit Membrantechnik aus den verkeimten Wassermassen zumindest eine Notversorgung mit Trinkwasser gew\u00e4hrleisten. Das Technik in der Zukunft unseren Umgang mit Wasser bestimmen wird, steht au\u00dfer Frage. Dass wir sie in Zukunft einsetzen m\u00fcssen, auch nicht.<\/p>\n<p>Aber wenn wir das schon tun m\u00fcssen, dann sollte doch auch mit Wasser vorsichtig umgegangen werden. Abw\u00e4sser sollten nicht in unsere Fl\u00fcsse geleitet werden. Selbst Abwasser ist ja ein hohes Gut, weil es ja wiederverwendet werden kann. Dass dazu wieder Chemie eingesetzt werden muss \u2013 ist aber nicht festgeschrieben. Die L\u00f6sung besteht also aus einer Kombination von vorsichtigem und sparsamen Umgang mit Wasser und umweltfreundlicher Technik. Vor zwei Jahren haben wir ein System entwickelt, mit dem Trinkwasser eingespart werden kann, also bares Geld, und das dann mit einer Pflanzenkl\u00e4ranlage gereinigt wird.<\/p>\n<p>Nach der Reinigung von Abw\u00e4ssern aus Haushalten oder Schulen usw. kann dieses Wasser je nach Reinigungsgrad wieder in die Fl\u00fcsse in hoher Qualit\u00e4t geleitet werden. Dazu gibt es in Costa Rica festgeschriebene Standards, die eine gute Qualit\u00e4t gew\u00e4hrleisten sollen. Die Praxis sieht oft anders aus.<\/p>\n<p>Normalerweise wird Abwasser (z.B. aus einer Schule) in eine Dreikammergrube geleitet. Hier werden Feststoffe von der fl\u00fcssigen Phase getrennt, die dann in eine Pflanzenkl\u00e4ranlage geleitet werden. Durch anaerobe Prozesse arbeiten an den Pflanzenwurzeln Bakterien, die die F\u00e4kalstoffe zersetzen und die Inhaltsstoffe dienen der Pflanze als N\u00e4hrstoff. Diese Pflanzen sollten aber nicht wirklich zum Verzehr genutzt werden, weil auch sie Schadstoffe aufnehmen, die m\u00f6glicherweise enthalten sind. Je nach Abwasserbeschaffenheit und Gr\u00f6\u00dfe der Pflanzenkl\u00e4ranlage kommt bereits Wasser in Trinkwasserqualit\u00e4t heraus. Der Gedanke dieses Wasser jetzt zu trinken hat etwas Unsympathisches. Deshalb wird dieses Wasser in einen gr\u00f6\u00dferen Fischteich geleitet und wenn es geht, liefern die Dachfl\u00e4chen Regenwasser, dass dort ebenfalls die Goldfische begl\u00fcckt. Eine Bepflanzung mit heimischen Wasserpflanzen macht daraus ein freundliches Biotop. Dieses Wasser kann nun durch eine Ultrafiltrationsanlage geschickt werden, durch die Makromolek\u00fcle, Viren und Kolloide herausgefiltert werden.<\/p>\n<p>Jetzt kann auch Brunnenwasser und fehlendes Trinkwasser von AyA \u201edazugemischt\u201c werden. Durch die anschlie\u00dfende Umkehrosmose bei Dr\u00fccken von 10 \u2013 150 bar werden nur noch Wassermolek\u00fcle durch einen Filter mit \u201eMaschen\u201c kleiner als 0,001 \u00b5m gepumpt. Damit lassen sich 80% des Wassers wiederverwenden. Wer das nicht m\u00f6chte, kann es auch zur Bew\u00e4sserung einer Farm benutzen. Dann braucht es aber auch keiner teuren Membrantechnik. Dann reicht auch eine gut konzipierte Pflanzenkl\u00e4ranlage. Der Anschluss an das \u00f6ffentliche Abwassernetz entf\u00e4llt und die Kosten halbieren sich. Besser f\u00fcr uns und die Natur. Man muss es nur tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es geht in Costa Rica und der gesamten Region nicht darum, immer mehr Wasser f\u00fcr eine wachsende Bev\u00f6lkerung aus dem Boden zu ziehen oder aus dem Meer zu gewinnen, sondern erst einmal darum, Wasser zu sparen! Letztendlich ist die Menge Wasser auf unserem Planeten begrenzt. 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