{"id":458,"date":"2021-08-24T08:05:00","date_gmt":"2021-08-24T08:05:00","guid":{"rendered":"http:\/\/aquamarkcr.com\/de\/?p=458"},"modified":"2021-08-24T15:02:41","modified_gmt":"2021-08-24T15:02:41","slug":"wunderwelt-mykorrhiza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wunderwelt-mykorrhiza\/","title":{"rendered":"Wunderwelt Mykorrhiza"},"content":{"rendered":"<p>Gleich auf den Punkt gebracht: Mykorrhiza ist ein Bodenpilz (im Bild gut zu erkennen das feine Netz der Hyphen zwischen den Haarwurzeln). https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mykorrhiza<\/p>\n<p>Arbuskul\u00e4re Mykorrhiza &#8211; Pilze, sogenannte Glomeromycota, existieren schon seit etwa 1 Milliarde Jahre. Im Ordovizium kamen damals Cyanobakteria als erste Vertreter in Frage. Jeder kennt das wei\u00dfe Geflecht an der Wurzel eines Pilzes im Waldboden. So muss man sich das vorstellen. Davon gibt es Hunderte Arten. Jede Pflanze hat mehr oder weniger davon. 80% aller Pflanzen gehen solche symbiotischen Beziehungen ein. Wenn Pflanzen unter Stress geraten, senden sie biochemische Hilferufe aus. Die Pilze wachsen der Pflanzenwurzel entgegen \u2013 mit sogenannten Hyphen, die nur den 10tel Durchmesser einer Haarwurzel haben. An der Wurzel angekommen, setzen sie sich auf der Oberfl\u00e4che fest oder etablieren sich in der Zellrinde, sogenannte Endomykorrhiza (gr. endo = innen). Von dort aus bilden sie weitere Hyphen aus und es entsteht ein enges Hyphengeflecht, dass den Boden viel intensiver durchdringt, als es Haarwurzeln je tun k\u00f6nnten. Und das macht Sinn. F\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n<p>Der Bodenpilz liefert der Pflanze N\u00e4hrstoffe und Wasser, die Pflanze wiederum gibt dem Pilz Zucker \u2013 eine <strong>Symbiose<\/strong>, die ein Leben lang h\u00e4lt. Die Pflanze w\u00e4chst schneller und wird kr\u00e4ftiger, sie bl\u00fcht eher und tr\u00e4gt gr\u00f6\u00dfere und mehr Fr\u00fcchte. Sie kann selbst in brackigen Gebieten wachsen, in \u00dcberschwemmungsland oder ariden Gegenden. Pflanzen sind besser gegen Sch\u00e4dlinge gewappnet, weil sie ges\u00fcnder und kr\u00e4ftiger sind. Ein v\u00f6llig nat\u00fcrlicher Vorgang &#8211; zum \u00c4rger der D\u00fcngerindustrie -denn es ist somit m\u00f6glich bis zu 50% D\u00fcnger einzusparen. Wenn der dann noch aus selbst hergestelltem Kompost besteht, umso besser. Ohnehin sind unsere B\u00f6den v\u00f6llig \u00fcberd\u00fcngt und Massen an chemischen Verbindungen (z.B. Phosphate, Stickstoff) sickern in unsere Grundw\u00e4sser.<\/p>\n<p>Doch l\u00e4ngst nicht kommen diese Bodenpilze in gro\u00dfer und ausreichender Menge im Boden vor. Also muss man sie vorher kultivieren und dann irgendwie an die Pflanze bringen. Dazu gibt es mehrere Technologien. Die Kultivierung in Erden ist die einfachste M\u00f6glichkeit. Die Dichte der Mykorrhiza ist jedoch geringer und wenn der Pilz nicht innerhalb weniger Wochen in Kontakt mit einer Pflanze kommt, stirbt er ab. Ein Gesch\u00e4ftsrisiko. Die andere M\u00f6glichkeit besteht darin Pilzsporen, Hyphen, Wurzelreste in gro\u00dfporige Tr\u00e4gerstoffe einzubringen. Dazu dient z.B. Bl\u00e4hton wie er in Hydrokulturen verwendet wird. Das Geheimnis besteht im Wie. In Gew\u00e4chsh\u00e4usern wird zumeist Mais in bereits geimpftem Tr\u00e4germaterial angepflanzt. Wechseln sich nun Trockenheit und Feuchtigkeit ab, steigen und senken sich die Temperaturen, werden die Pflanzen unter Stress gesetzt und der Symbioseprozess beginnt. Dadurch wird das Tr\u00e4germaterial Bl\u00e4hton mit ganzen Netzen von Wurzeln, Hyphen und Sporen durchsetzt. Nach streng geh\u00fctetem Verfahrensablauf ist nach einigen Wochen das Produkt fertig und wird getrocknet. Die Pilze verkapseln sich und k\u00f6nnen bis zu 5 Jahren gelagert werden ohne gro\u00df an Wirkung einzub\u00fc\u00dfen. Werden nun nur wenige Milliliter Bl\u00e4hton unter die Wurzel einer Jungpflanze gegeben, gehen sie eine Symbiose ein, die ein Pflanzenleben lang h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Ebenso ist es m\u00f6glich Mykorrhiza an die Wurzeln \u00e4lterer Pflanzen heranzubringen. F\u00fcr \u00e4ltere, wertvolle B\u00e4ume benutzt man sogenannte Ecto-Mykorrhiza, indem man gr\u00f6\u00dfere Mengen durch Pflanzl\u00f6cher an die aktiven Wurzelspitzen bringt und dadurch \u201einokuliert\u201c. Mitte der 2000er Jahre haben wir bereits in S\u00fcdostasien (Thailand, Laos, Kambodscha) Studien durchgef\u00fchrt und hervorragende Ergebnisse erzielt. Hier unser damaliges <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NhcnsdcCGwk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Video <\/a><\/p>\n<p>Leider sind auch \u00fcberall Schwarze Schafe unterwegs, die hochwertiges Material mit hohen Konzentrationen kaufen und dann mit anderen Materialien \u201everd\u00fcnnen\u201c. Mykorrhiza sollte mindestens 200.000 infekti\u00f6se Einheiten pro Liter enthalten. Am besten, man besorgt sich nur zertifiziertes Material von einem vertrauensw\u00fcrdigen H\u00e4ndler.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Monaten werden wir in Costa Rica Testreihen starten, die mit Farmern zusammen die Wirksamkeit der Mykorrhizen auch in Lateinamerika zeigen sollen. Dazu werden unter gleichen Bedingungen Testreihen, mit oder ohne Mykorrhizen angelegt. Wesentlich ist, dass die B\u00f6den nicht \u00fcberd\u00fcngt, am besten steril sind, um die Ergebnisse nicht zu verzerren. Mykorrhiza ist also ein kleines nat\u00fcrliches Bausteinchen um Agro &#8211; Chemie aus unseren Anbaufl\u00e4chen heraus zu bekommen und uns wieder ges\u00fcnder zu ern\u00e4hren. Auch genmanipulierten Pflanzen kann damit ein St\u00fcck entgegengehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleich auf den Punkt gebracht: Mykorrhiza ist ein Bodenpilz (im Bild gut zu erkennen das feine Netz der Hyphen zwischen den Haarwurzeln). https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mykorrhiza Arbuskul\u00e4re Mykorrhiza &#8211; Pilze, sogenannte Glomeromycota, existieren schon seit etwa 1 Milliarde Jahre. Im Ordovizium kamen damals Cyanobakteria als erste Vertreter in Frage. Jeder kennt das wei\u00dfe Geflecht an der Wurzel eines [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":459,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=458"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":571,"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/458\/revisions\/571"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/459"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquamarkcr.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}